28.01.2010 MAZ: Für alle Fälle Alina
von Peter Stein - www.maerkischeallgemeine.de
Alina Fröhlich ist die Universalwaffe beim SC Potsdam und für Trainer Michael Merten unverzichtbar
Sie gehört nicht zum Stammsechser der Volleyballerinnen des SC Potsdam, aber für Trainer Michael Merten gilt Alina Fröhlich als unverzichtbar. Über die 29-jährige „Universalwaffe“ schwärmt der Coach in höchsten Tönen: „Bei ihr ist der Name Programm, ihre Fröhlichkeit reißt die anderen mit. Als rundum positiv denkender Mensch trägt sie wesentlich zu einem guten Mannschaftsklima bei.“
Wenn es auf dem Feld mal nicht so läuft, dann kennt Merten ein „Geheimrezept“: Für alle Fälle Alina. Die Einwechslerin ist immer einsatzbereit, hat sich vor allem bei den Aufschlägen – ein Schwachpunkt des Aufsteigers während der ganzen Saison – als Miss „Zuverlässig“ erwiesen.
Dass sich die ehemalige Freizeitvolleyballerin einmal so in der ersten Liga behaupten würde, war nicht vorhersehbar. Am Sonnabend (19 Uhr, Sporthalle Heinrich Mann-Allee) will sie mit dem Sportclub im letzten Heimspiel der Hinrunde noch einmal punkten. Dann empfängt der Zehnte (6:16 Punkte) den Dreizehnten und damit Vorletzten, das Allgäu Team Sonthofen (2:20). Merten spricht nicht gern davon, dieses Spiel gewinnen zu müssen. Er will seine Damen in Erinnerung an die anderen „Kellerduelle“ wie zuletzt gegen Lohhof, nicht zu sehr unter Druck setzen. Da gelang eher mit Kampf und Krampf ein 3:1-Erfolg, spielerisch indes recht wenig. „Wir haben eine reelle Siegchance, wenn wir gut spielen“, formuliert es der Coach diplomatischer.
Dass sie in der Lage sind, auf Erstliga-Niveau zu agieren, haben die Potsdamerinnen meist gegen die Spitzenteams gezeigt, weil sie als Außenseiter unbelastet aufgelaufen waren. „Da steckt viel Psychologie dahinter“, findet Alina Fröhlich, die mit dem Saisonverlauf durchaus zufrieden ist: „Bisher ist es so gekommen, wie ich das erwartet habe. Persönlich bin ich froh darüber, dass mir der Sprung bis in die erste Liga geglückt ist. Ich denke, wir haben dort unsere Berechtigung und sind auf einem guten Weg, den Klassenerhalt zu schaffen.“ Gefreut hat sie sich darüber, dass bei den Heimspielen mehr Zuschauer als in der 2. Liga in die Halle kommen.
Dass die Mannschaft mit anderen Teams mithalten könne, sei ein zusätzlicher Ansporn für jede Spielerin. „Natürlich wollen alle spielen. Das geht nicht immer, trotzdem unterstütze ich auch von außen die Mannschaft. Da fiebere ich mit und versuche, die anderen anzustacheln.“
In punkto Motivation kann Alina Fröhlich auf ihre beruflichen Erfahrungen zurückgreifen, denn sie arbeitet als Trainerin für Rehabilitation und Prävention in einem Sportgesundheitspark in Berlin. Dabei betreut sie die verschiedensten Gruppen. Das reicht von übergewichtigen Kindern bis hin zur Herzsportgruppe, wo sich ehemalige Infarktpatienten mit sportlicher Betätigung wieder fit für den Alltag machen. Nebenher trainiert sie noch eine Volleyballgruppe und schreibt zudem an der Diplomarbeit für ihr Studium der Sportwissenschaften zum Thema Gleichgewicht.
Bei all den Verpflichtungen die Balance zu halten, scheint nicht einfach. „Da ich freiberuflich tätig bin, kann ich mir die Kurse einigermaßen einteilen.“ Allerdings könne sie nicht immer zum Training des Bundesligisten nach Potsdam kommen. „Da kann ich die Gruppen nicht im Stich lassen“, erzählt Alina Fröhlich, die mit ihrem Freund Frank, der als Tischler arbeitet, in Berlin-Steglitz wohnt. Vor allem nach längeren Auswärtsfahrten sei das mitunter stressig, „wenn ich erst um drei Uhr ins Bett komme und um acht Uhr bereits der erste Kurs ansteht“. Doch wenn die „kleinen Dicken“ dann mit Freude dem Ball hinterherwetzen, dann vertreibt das auch bei Alina Fröhlich schnell die Müdigkeit und die Trainerin hat ihren Spaß mit den Kindern. (Von Peter Stein)

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