01.02.2010 MAZ: Ein Ass krönt Sydliks Aufholjagd

Bild von Peter Stein - www.maerkischeallgemeine.de
SC Potsdam schafft mit dem 3:1 gegen Sonthofen den vierten Bundesliga-Sieg

Manchmal brauchen Trainer wie Michael Merten auch ein glückliches Händchen. Weil der Coach der Volleyballerinnen des SC Potsdam auf seiner Bank genügend Auswahl hatte, brauchte er am Sonnabend in der wichtigen Bundesliga-Partie gegen das Allgäu-Team Sonthofen nicht lange zögern. Beim Stand von 17:21 im dritten Satz aus Sicht der Gastgeberinnen ersetzte Sandra Sydlik im Zuspiel Kristina Bognar. Sydlik, zuvor nur zweimal kurz eingewechselt, schnappte sich nach dem Punktgewinn sogleich den Ball für den Aufschlag und gab diese Position nicht mehr auf.

Mit dem Ass zum 25:21 krönte sie die Aufholjagd der SC-Damen und stellte die Weichen zum letztlich verdienten 3:1 (25:21, 22:25, 25:21, 25:21)-Erfolg. Vor 500 begeisterten Zuschauern gelang den Potsdamerinnen ein nächster großer Schritt zum angestrebten Klassenerhalt. Denn mit nunmehr acht Pluspunkten können so langsam die Planungen für die Bundesliga-Saison 2010/11 beginnen.

„Wir sind im Soll“, bestätigte ein erleichterter Trainer nach dem vierten Saisonerfolg. „Sicher hätte es noch der eine oder andere Sieg mehr sein können, speziell gegen Aachen. Aber diese Partie war wieder eng. Sonthofen hätte genauso gewinnen können.“ Dass es nicht dazu kam, lag an den sicheren Aufschlägen von Sandra Sydlik und dem Kampfgeist der gesamten Truppe, die sich damit selbst aus dem drohenden Schlamassel zog. Ihre Abgeklärtheit begründete die 19-jährige U 20-Weltmeisterin so: „Da habe ich von klein auf mein eigenes Rezept. Ich sage mir, von einem Fehler geht die Welt nicht unter.“ Zur nicht alltäglichen Aufschlagserie meinte die im Sommer vom Köpenicker SC nach Potsdam gewechselte Blondine: „Je mehr mir gelingt, desto mehr Sicherheit gibt mir das.“ Sie riss die ganze Truppe mit, endlich wurde auch die Annahme besser.

Dabei hatte der SC stark begonnen, machte vor allem im Block Punkt um Punkt. Das schien die bereits einen Tag vorher angereisten Allgäuerinnen sehr zu beeindrucken. Doch als Diagonalspielerin Laura Weihenmaier noch im ersten Satz mit dem rechten Fuß umknickte und vom Feld humpelte, schwächte das den Potsdamer Sechser zunächst sichtbar. Sonthofen kam vor allem dank seiner ausländischen Stars Norisha Campbell (USA) und Marina Novosel (Kroatien) immer besser ins Spiel, war durchaus gleichwertig, wie Trainer Andreas Wilhelm hinterher befand. Zumal SC-Außenangreiferin Anika Zülow diesmal zu viele Bälle verschlug.

Aber Merten hatte ja noch in Chantal Laboureur, die trotz Bundeswehr-Grundausbildung solide die Stellung hielt, und Janine Hinderlich genügend personelle Alternativen. Beide zeigten sich nach dem Erfolg überzeugt: „Unser erstes Ziel war der Klassenerhalt, den dürften wir nun fast sicher haben. Das sollte uns mehr Sicherheit für die nächsten Spiele geben.“ (Von Peter Stein)

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