01.03.2010 MAZ: Eine Revanche glückt
von Peter Stein - www.maerkischeallgemeine.de
Damen des SC Potsdam setzen sich gegen Köpenick durch
Am Ende wurde es noch einmal mächtig brenzlig. Die Volleyballerinnen des SC Potsdam hatten im vierten Satz gegen den Köpenicker SC schon 14:6 und 20:16 geführt, ehe beim 24:24 die Partie zu kippen drohte. Aber Diagonalangreiferin Laura Weihenmaier erlöste mit ihrem Ball zum 26:24 nach 101 Minuten alle. Mit dem 3:1 (25:19, 16:25, 25:16, 26:24) feierten die Gastgeberinnen nicht nur ihren sechsten Saisonerfolg in der Bundesliga, sondern auch die geglückte Revanche für die 0:3-Hinspielpleite.
SC-Trainer Michael Merten gab zu: „Wenn ich mir von den zehn ausstehenden Spielen den Sieg hätte aussuchen können, dann in diesem Spiel. Wir waren heiß darauf, wollten die Scharte des Hinspiels unbedingt auswetzen.“ Sein Köpenicker Kollege Jürgen Treppner meinte: „Die Begegnung hätte auch andersherum enden können. Wir waren dran.“
Potsdam schwächelte am Samstagabend vor 600 Zuschauern, die in der Sporthalle Heinrich-Mann-Allee für eine stimmungsvolle Derby-Kulisse sorgten, zwar wieder einmal in der Annahme. Dafür klappte es vorn am Netz umso besser. „Matchwinnerin“ Laura Weihenmaier war mit 21 Punkten die herausragende Akteurin, aber auch Außenangreiferin Ramona Stucki riss ihr Team mit, in dem die erst 17 Jahre alte Julia Hero erstmals längere Zeit zum Einsatz kam und erstaunlich gut ins Spiel fand. „Julia hat ihre Sache als Joker wirklich prima gemacht“, lobte der Trainer. Die Mittelblockerin, ansonsten beim Zweitligisten Rotation Prenzlauer Berg eine feste Größe, nutzte ihr Zweitspielrecht, um in die erste Liga reinzuschnuppern und sprach hinterher von einem „besonderen Erlebnis“.
Das hatte ganz sicher auch Sandra Sydlik. Die SC-Zuspielerin musste schließlich gegen ihren Ex-Verein ran. „Anfangs war das irgendwie komisch, aber dann habe ich versucht, nicht mehr daran zu denken“, beschrieb sie ihre Gefühlslage. „Der Gegner war durchaus bissig.“ Trotzdem waren sich Potsdams Spielerinnen und der Trainer hinterher einig, eines der besten Saisonspiele abgeliefert zu haben. Rang neun wurde jedenfalls gegen den Lokalrivalen bravourös verteidigt.
Im zweiten Berlin-Brandenburg-Duell des Wochenendes in der Volleyball-Bundesliga mussten die Herren der Netzhoppers Königs Wusterhausen hingegen wie schon im Hinspiel eine 0:3 (19:25, 19:25, 20:25)-Klatsche gegen den SCC hinnehmen. Vor 1000 Zuschauern in der rappelvollen Arena Bestensee fiel bei den Gastgebern Topspieler Matthias Böhme wegen einer Magen-Darm-Grippe aus. „Das darf aber nicht als Entschuldigung für unsere schwache Leistung gelten“, sagte KW-Trainer Mirko Culic enttäuscht. „Wir hatten wieder einmal zu viel Respekt vor dem Gegner und hätten viel besser spielen müssen.“ Trotzdem bleiben die Netzhoppers auf Rang sechs, die Berliner sind Vierter. (Von Peter Stein)

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