19.01.2012 MAZ: VOLLEYBALL: Eine Portion Schwermut

Bild

Die Bundesliga-Frauen des SC Potsdam verabschieden sich von der Halle an der Heinrich-Mann-Allee
POTSDAM - Zum Abschied kommt der deutsche Meister und Champions-League-Teilnehmer. „Was kann es Spannenderes geben“, sagt Volker Knedel, der sportliche Leiter der Bundesliga-Volleyballerinnen des SC Potsdam. Seine Mannschaft tritt am Samstag (18.30 Uhr) letztmals vor dem Umzug in die Mehrzweckhalle im Luftschiffhafen in der Halle an der Heinrich-Mann-Allee gegen den Schweriner SC an. „Es ist schon eine Portion Schwermut dabei“, erzählt Knedel. Der 48-Jährige ist seit 2003 dabei und damit der Dienstälteste rund um die Mannschaft. „Alles, was wir erreicht haben, haben wir dort erlebt“, betont Knedel die Bedeutung der Stadtsporthalle für den SCP. Der Sportlehrer hat die Mannschaft von der Regionalliga in die Bundesliga geführt. Knedel: „Die Halle ist eine Heimstätte geworden, bis auf die Säulen auf der Zuschauertribüne ist es eine gute Heimat.“ Der Funktionär werde die Ost-Atmosphäre in dem Bau vermissen. „Die Gastmannschaften haben sich oft über den speziellen Charme gewundert.“ Traurig ist Knedel über das Ende der Zusammenarbeit mit den Hallenwarten. „Die haben uns immer toll unterstützt.“ Allerdings werden die SC-Damen zunächst doch weiter an der Heinrich-Mann-Allee trainieren. Denn die geplante Trainingsstätte Ballspielhalle im Luftschiffhafen ist wegen Unfallgefahr gesperrt. „Der Boden ist brüchig“, bestätigt Andreas Klemund, Geschäftsführer der Luftschiffhafen Potsdam GmbH. Woher der Schaden stammt, wie aufwendig und wie teuer die Reparatur wird, sei unklar. Der Ball liege bei der Stadt Potsdam.

Von diesem Problem werden sich die SC-Damen aber nicht in ihrer Konzentration auf das Spiel am Samstag stören lassen. Das Hinspiel verlor Potsdam 1:3. Knedel ist zumindest optimistisch, dass das Team die beste Leistung abrufen kann. „Die Mannschaft ist seit Wochen gut drauf. Sie hat nur leider die engen Spiele verloren, wodurch das Selbstvertrauen etwas gesunken ist.“ Doch der Sieg am vergangenen Samstag gegen VCO Berlin dürfte weiteren Auftrieb geben.

Zudem hat der Kontrahent in dieser Woche eine Doppelbelastung. Die Mecklenburgerinnen verloren am Dienstag in der Champions League in Istanbul. „Sie haben keine normale Trainingswoche und müssen die Reisestrapazen verdauen“, sagt Knedel. „Aber die Qualität der Schweriner ist so groß, dass sie das verkraften können.“ Mit einem sportlich erfolgreichen Abschied aus der alten Halle dürfte es also recht schwer werden. (Von Ronny Müller)

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDrucken