30.01.2012 MAZ:Gäste verderben die Party

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Potsdam verliert Heimpremiere im Luftschiffhafen vor 1900 Fans gegen Wiesbaden 0:3

Soviel Volleyball-Party war noch nie! Die Rekordkulisse von 1900 Zuschauern bildete am Sonntagnachmittag einen tollen Rahmen für die Heimpremiere der Bundesliga-Volleyballerinnen des SC Potsdam in der neuen Arena im Luftschiffhafen. Doch die Gäste vom VC Wiesbaden erwiesen sich als Party-Killer und machten mit dem 3:0 (25:22, 25:20, 25:23) kurzen Prozess. Dabei wehrten die Schützlinge von Trainer Alberto Salomoni beim Stand von 19:24 im dritten Satz vier Matchbälle ab, ehe unter gütiger Mithilfe des Schiedsrichters der fünfte Matchball zu Gunsten der Hessinnen nach einem angeblichen Potsdamer Netzübergriff gegeben wurde.

Dennoch boten die 80 Minuten zuvor ein Volleyball-Event, das hoffentlich viele zum Wiederkommen animieren dürfte. Denn rund fünf Mal so viele Zuschauer wie durchschnittlich in der Heinrich-Mann-Allee wollten sich diesen historischen Tag nicht entgehen lassen. Leider fehlte das glückliche Ende auf dem Feld, weil Potsdam zu viele haarsträubende Fehler unterliefen. Starke Phasen wechselten immer wieder mit totalen Blackouts.

SC-Trainer Alberto Salomoni bedankte sich bei den Fans. „Danke für diese Superunterstützung“, sagte der Italiener. „Das war eine tolle Atmosphäre.“ Und an die Zuschauer gewandt, ergänzte er: „Wir brauchen euch wieder.“ Denn der Kampf gegen den Bundesliga-Abstieg geht für den Tabellenelften weiter. Zu seinem Team meinte er: „Die Mädels haben alles gegeben, aber Wiesbaden war deutlich besser.“ Sein Trainer-Kollege Andreas Vollmer gratulierte den Gastgebern „zu dieser sensationellen Halle. Die Infrastruktur und das Publikum stimmen. Da braucht sich Potsdam in Deutschland nicht zu verstecken“. Sportlich schätzte er ein: „Es war für uns das erwartet schwere Spiel mit einem glücklichen Ende für uns. Potsdam hat aber nie aufgesteckt und am Satzende immer viel Energie gezeigt. Da waren wir unaufmerksam.“

Unter dem frenetischen Jubel der Cheerleader und Fans lief kurz vor 16 Uhr Lisa Rühl als erste Potsdamerin ein. Jede Spielerin wurde auch über die Videowand vorgestellt. „Das war großartig, einfach überwältigend“, erzählte Rühl. Die Libera bot erneut eine starke Leistung, konnte aber nicht alle Bälle des Gegners abwehren. Denn die SC-Ballannahme war durch den kurzfristigen Ausfall von Kapitän Patricia Grohmann mit einer Bauchmuskelzerrung geschwächt. Da hatte vor allem Wiesbadens Außenangreiferin Ksenija Ivanovic aus Montenegro leichtes Spiel, der allein 20 Punkte gelangen.

Für die ausgefallene Grohmann begann Potsdam mit der jungen Lisa Gründing, die sich gleich mit drei Aufschlags-Assen gut einführte. Bis zum 19:15 dominierte der SC den ersten Satz, dann nahm Gäste-Coach Vollmer eine Auszeit und sein Team schaffte prompt den 19:19-Ausgleich. Diese Potsdamer Schwächephase wurde bis zum 25:22-Satzgewinn ausgenutzt.

Im zweiten Durchgang führte der Gastgeber zunächst erneut auch dank eines Asses von Mittelblockerin Nikol Sajdova mit 6:4. Dann punktete Wiesbaden sechs Mal in Folge. Auch ein Wechsel im Zuspiel des SC-Sechsers, für die Ex-Wiesbadenerin Olga Raonic kam Kristina Bognar, brachte nichts. Das Vollmer-Ensemble gab die klare Führung bis zum 25:20 nicht mehr ab.

Salomoni wechselte noch einmal, begann wieder mit Raonic, sowie Kristina Schlechter für Gründing und Brittany Tillman für Ramona Stucki. Doch es half nichts.

Zum Schlussspurt ohne Happy-End meinte Lisa Rühl noch einmal: „Wir haben alles oder nichts gespielt. Schade.“ Lisa Gründing bekannte: „Natürlich war ich vor so einer großen Kulisse aufgeregter als sonst.“ Kristina Bognar betonte: „Das war Gänsehaut pur. Es ist eine Ehre, in dieser tollen Halle spielen zu dürfen.“ (Von Peter Stein)

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